1. Home
  2. Körperorientierte Traumatherapie

Körperorientierte Traumatherapie

Körperorientierte Traumatherapie

Somatic Experiencing – SE

„Trauma ist die am meisten vermiedene, ignorierte, verleugnete, missverstandene und unbehandelte Ursache menschlichen Leidens.“ Dr. Peter A. Levine

Ein Trauma entsteht nicht allein durch ein belastendes Ereignis, sondern durch das, was im Körper zurückbleibt, wenn wir uns überwältigt und hilflos fühlen. In solchen Momenten greift unser Nervensystem auf uralte Überlebensstrategien zurück: kämpfen, fliehen oder erstarren. Können diese Reaktionen nicht zu Ende geführt werden, bleibt die dabei mobilisierte Energie im Körper gebunden.

Traumatische Erfahrungen können sehr unterschiedlich sein. Unfälle, medizinische Eingriffe, schwere Erkrankungen oder Verluste gehören ebenso dazu wie frühe Erfahrungen von Vernachlässigung oder Bedrohung. Auch scheinbar alltägliche Situationen können das Nervensystem überfordern – entscheidend ist nicht das Ereignis selbst, sondern ob der Körper wieder in ein Gefühl von Sicherheit zurückfinden konnte.

Bleibt diese Regulation aus, kann das Nervensystem dauerhaft im Alarmzustand verharren. Das zeigt sich unter anderem in innerer Unruhe, Ängsten, Erschöpfung, Schlafstörungen, Schmerzen oder dem Gefühl, sich selbst fremd zu sein. Diese Symptome sind keine Krankheit, sondern verständliche Reaktionen eines Organismus, der versucht, mit einer vergangenen Überforderung umzugehen.

Somatic Experiencing® setzt genau hier an. Die Methode arbeitet behutsam mit Körperempfindungen, inneren Impulsen und Ressourcen, um dem autonomen Nervensystem neue Erfahrungen von Sicherheit und Selbstregulation zu ermöglichen. Dabei geht es nicht darum, das Trauma erneut zu durchleben, sondern Schritt für Schritt die gebundene Überlebensenergie zu lösen.

Nach und nach kann sich so ein verändertes Körpergefühl entwickeln – mehr Präsenz, mehr Stabilität, mehr innere Beweglichkeit. Das Erlebte wird zu einer Erfahrung, die erinnert werden kann, ohne den Körper erneut in Stress zu versetzen.

„Der Schlüssel zur Traumabewältigung ist nicht, das Trauma wieder zu erleben, sondern neue Erfahrungen im Körper zu schaffen.“

Dr. Peter A. Levine


Emotion Aid

EmotionAid ist eine körperorientierte Kurzintervention, die auf den Grundlagen des Somatic Experiencing® beruht und für den Einsatz in akuten Stress-, Schock- und Krisensituationen weiterentwickelt wurde. Die Methode wird international in humanitären und psychosozialen Kontexten eingesetzt, insbesondere dort, wo viele traumatisierte Menschen gleichzeitig Unterstützung benötigen und längere Einzeltherapien nicht möglich sind. EmotionAid folgt einer klar strukturierten Abfolge einfacher Schritte, die das Nervensystem stabilisieren und die Selbstregulation fördern. Ein besonderer Vorteil ist, dass Klientinnen und Klienten diese Intervention aus der Sitzung mitnehmen und eigenständig im Alltag anwenden können.